Zu einem digitalen Grabungsfeld wurde am vergangenen Donnerstag der Geschichtsunterricht unserer 6B: Per Videokonferenz war Erik Reissmann, ein Archäologe mit dem Schwerpunkt Ägyptologie, zugeschaltet und berichtete anschaulich aus seinem Arbeitsalltag. Der Wissenschaftler, der früher mit Geschichtslehrer Sven Eickmeier Fußball gespielt hat, schreibt derzeit an seiner Doktorarbeit in Oxford (England) und nahm sich Zeit, die zahlreichen Fragen der Schülerinnen und Schüler ausführlich zu beantworten.
Besonders beeindruckend waren die vielen Bilder, die er direkt von seinen Ausgrabungen zeigte. So erhielten die Lernenden einen authentischen Einblick in die praktische Arbeit von Archäologen: Von der sorgfältigen Freilegung einzelner Fundstücke bis zur wissenschaftlichen Dokumentation vor Ort.
Natürlich wollten die Schülerinnen und Schüler wissen, ob er schon „etwas Wichtiges“ gefunden habe. Die Antwort: Ja! Bei einer Ausgrabung entdeckte er eine Tonscherbe mit dem Namen eines Pharaos. Dieser Fund war wissenschaftlich bedeutsam, da er die genaue Datierung der Fundstelle ermöglichte. Anhand solcher Inschriften können Historikerinnen und Historiker zeitliche Zusammenhänge präzise rekonstruieren – ein anschauliches Beispiel dafür, wie aus einzelnen Fragmenten Geschichte entsteht.
Neben fachlichen Fragen kam auch der Alltag nicht zu kurz. Auf die Frage, ob es bei Ausgrabungen Toiletten gebe, erklärte der Archäologe schmunzelnd, dass die Bedingungen je nach Fundort unterschiedlich seien – und dass es nicht nur einfache Dixi-Klos gebe. Auch solche Einblicke machten deutlich, dass Archäologie zwar spannend, aber auch körperlich anspruchsvoll und organisatorisch gut geplant sein muss.
Das digitale Interview zeigte eindrucksvoll, wie moderne Technik internationale Begegnungen ermöglicht und wissenschaftliche Arbeit für den Unterricht lebendig macht. Für unsere Schülerinnen und Schüler war es eine besondere Erfahrung, direkt mit einem jungen Forscher ins Gespräch zu kommen und Einblicke in aktuelle archäologische Forschung zu erhalten. Wir bedanken uns herzlich für den spannenden Austausch und wünschen weiterhin viel Erfolg für die Doktorarbeit in Oxford!
Text und Fotos: Sven Eickmeier