Lernen

Wissen ist Entfaltung

Wir sind ein Gymnasium mit einem breiten Fächerangebot, lebendig und in Bewegung und bieten Raum für die Entfaltung unterschiedlichster Begabungen und Interessen.

Wir freuen uns, wenn viele Schülerinnen und Schüler neben fachlichen Kompetenzen ihre Persönlichkeiten im Austausch mit anderen entwickeln, ihre Stärken erkunden, in Wettbewerben erproben und ausbauen, Schwächen überwinden und Perspektiven für ihre Zukunft gewinnen.

Aktuelle Beiträge

Berufsorientierung hautnah: Projektveranstaltung für die Q1

Wie geht es nach der Schule weiter? Mit dem Eintritt in die Oberstufe rückt für viele Schülerinnen und Schüler die Frage nach dem beruflichen Werdegang zunehmend in den Fokus. Bei einer Projektveranstaltung zur Berufsorientierung erhielten unsere Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe Q1 praxisnahe Einblicke in verschiedene Berufsfelder und wertvolle Impulse für ihre persönliche Zukunftsplanung.

Im Rahmen der regelmäßig durchgeführten Veranstaltung waren Referentinnen und Referenten aus unterschiedlichen Berufsbereichen eingeladen. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, sich vorab drei Interessensbereiche auszuwählen und dort Einblicke in verschiedene Berufsfelder zu erhalten. Neben Informationen zu konkreten Tätigkeitsfeldern wurden auch Übergänge von der Schule in Ausbildung, Studium oder alternative Wege thematisiert.

Bei der Auswahl der Referenten achteten die Beratungslehrer der Oberstufe bewusst auf Vielfalt: Neben klassischen Studien- und Ausbildungsberufen wurden auch übergreifende Fachbereiche wie Medizin, duale Studiengänge sowie Alternativen wie der Bundesfreiwilligendienst vorgestellt. Ziel war es, möglichst individuell auf die Interessen und Fragen der Lernenden einzugehen.

Die Veranstaltung war als Rotationssystem organisiert, sodass die Schülerinnen und Schüler mehrere Vorträge besuchen und direkt mit den Referenten ins Gespräch kommen konnten. Der lebendige und teilweise sehr individuelle Austausch untereinander zeigte das große Interesse am Thema und trug zu einer offenen und produktiven Arbeitsatmosphäre bei.

Besonders positiv hervorzuheben ist die Praxisnähe der Vorträge. Die Referenten gestalteten ihre Beiträge bewusst schülernah und gaben anschauliche Einblicke in Berufsalltag, Tätigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten. Insgesamt erwies sich der Projektnachmittag als voller Erfolg: Er bot nicht nur wertvolle Informationen, sondern auch wichtige Impulse und Denkanstöße für die berufliche Zukunft der Schülerinnen und Schüler.

Text und Fotos: Elena Ronn-Lükemeier

Zwischen Wüstensand und Klassenzimmer: 6B trifft Ägyptologen

Zu einem digitalen Grabungsfeld wurde am vergangenen Donnerstag der Geschichtsunterricht unserer 6B: Per Videokonferenz war Erik Reissmann, ein Archäologe mit dem Schwerpunkt Ägyptologie, zugeschaltet und berichtete anschaulich aus seinem Arbeitsalltag. Der Wissenschaftler, der früher mit Geschichtslehrer Sven Eickmeier Fußball gespielt hat, schreibt derzeit an seiner Doktorarbeit in Oxford (England) und nahm sich Zeit, die zahlreichen Fragen der Schülerinnen und Schüler ausführlich zu beantworten.

Besonders beeindruckend waren die vielen Bilder, die er direkt von seinen Ausgrabungen zeigte. So erhielten die Lernenden einen authentischen Einblick in die praktische Arbeit von Archäologen: Von der sorgfältigen Freilegung einzelner Fundstücke bis zur wissenschaftlichen Dokumentation vor Ort.

Natürlich wollten die Schülerinnen und Schüler wissen, ob er schon „etwas Wichtiges“ gefunden habe. Die Antwort: Ja! Bei einer Ausgrabung entdeckte er eine Tonscherbe mit dem Namen eines Pharaos. Dieser Fund war wissenschaftlich bedeutsam, da er die genaue Datierung der Fundstelle ermöglichte. Anhand solcher Inschriften können Historikerinnen und Historiker zeitliche Zusammenhänge präzise rekonstruieren – ein anschauliches Beispiel dafür, wie aus einzelnen Fragmenten Geschichte entsteht.

Neben fachlichen Fragen kam auch der Alltag nicht zu kurz. Auf die Frage, ob es bei Ausgrabungen Toiletten gebe, erklärte der Archäologe schmunzelnd, dass die Bedingungen je nach Fundort unterschiedlich seien – und dass es nicht nur einfache Dixi-Klos gebe. Auch solche Einblicke machten deutlich, dass Archäologie zwar spannend, aber auch körperlich anspruchsvoll und organisatorisch gut geplant sein muss.

Das digitale Interview zeigte eindrucksvoll, wie moderne Technik internationale Begegnungen ermöglicht und wissenschaftliche Arbeit für den Unterricht lebendig macht. Für unsere Schülerinnen und Schüler war es eine besondere Erfahrung, direkt mit einem jungen Forscher ins Gespräch zu kommen und Einblicke in aktuelle archäologische Forschung zu erhalten. Wir bedanken uns herzlich für den spannenden Austausch und wünschen weiterhin viel Erfolg für die Doktorarbeit in Oxford!

Text und Fotos: Sven Eickmeier

Mut zum eigenen Denken – Elif Kaya überzeugt beim „Philosophischen Essay“

Was passiert, wenn man ein Zitat nicht nur liest, sondern wirklich durchdenkt? Unsere Schülerin Elif Kaya (EF) hat genau das getan und erfolgreich am 27. Landes- und Bundeswettbewerb Philosophischer Essay 2025–26 teilgenommen.

Im vergangenen Herbst entschied sie sich, sich intensiv mit einem Gedanken von Marcel Proust auseinanderzusetzen:

„In Wirklichkeit ist jeder Leser […] der Leser seiner selbst.“

Aus vier möglichen Themen wählte sie dieses Zitat bewusst aus. Ihre Begründung: „Dass die gleiche Aussage so unterschiedlich wahrgenommen werden kann, fasziniert mich und beweist die Kreativität und Diversität von uns Menschen.“

Ohne lange zu zögern, begann sie, ihre Gedanken zu verschriftlichen – und merkte schnell, dass sie „gar nicht mehr aufhören“ konnte. Eine Erfahrung ganz im Sinne von Michel de Montaigne (1533–1592), der die Essayform als freies, tastendes Nachdenken begründete. Für ihn waren seine Texte Versuche – Spiegelbilder seiner selbst – und zugleich Ausdruck geistiger Freiheit in einer von Kriegen geprägten Zeit. Montaigne warnte zudem davor, das Fremde vorschnell zu verurteilen, nur weil wir es nicht verstehen.

Der Landes- und Bundeswettbewerb Philosophischer Essay ist seit über 20 Jahren der größte Wettbewerb im Schulfach Philosophie und fördert die intensive Auseinandersetzung mit klassischen wie aktuellen Fragestellungen. Elif hat diese Herausforderung angenommen – und zieht eine durchweg positive Bilanz: „Diesen Wettbewerb empfehle ich jeder Person, die Spaß am freien Schreiben hat und gerne ihre eigene Meinung und ihre eigenen Gedanken äußert. Ich bin froh darüber, diese Erfahrung gemacht zu haben.“ Ferner bedankte sich im gleichen Atemzug bei ihrer Philosophielehrerin Meike Precht, die den Kurs über diesen Wettbewerb informiert hatte.

Neben den wertvollen (Schreib-)Erfahrungen durfte Elif auch eine schmucke Urkunde mit Kants berühmtem Motto entgegennehmen.

Wir freuen uns über Elifs Erfolg, sagen „Herzlichen Glückwunsch!“ und hoffen sehr, dass sich zahlreiche Schülerinnen und Schüler ihrem Beispiel anschließen und im kommenden Herbst an dem Wettbewerb Philosophischer Essay mit viel Enthusiasmus und Scharfsinn beteiligen werden.

Zum Nachlesen: Elifs Essay

Foto: Olaf Küster/Text: Meike Precht

In zwei Akten nach Detmold – Da capo, Musik!

Der Vorhang hob sich pünktlich um 8:45 Uhr. Was folgte, war kein gewöhnlicher Schultag, sondern eine Exkursion in zwei Akten: Stadtführung, Generalprobe, Theaterwerkstätten und große Bühne. Gemeinsam mit Herrn Klassen, Frau Löwen und dem 10er Musik-Diffkurs machte sich der 9er Musik-Diffkurs auf den Weg nach Detmold – dorthin, wo Musik nicht nur gespielt, sondern gelebt wird.

Der erste Akt des Tages fand zunächst an anderen Schauplätzen statt: Herr Klassen entpuppte sich als gekonnter Stadtführer durch das musikalische Detmold. Vorbei ging es am Schubertplatz durch die Palaisstraße, bis wir endlich bei der Hochschule für Musik angekommen waren! Da wir leider nicht ins Hauptgebäude reingehen konnten, besichtigten wir das „Konzertgebäude“ der Hochschule und hatten dabei unglaublich viel Glück, denn wir durften dem Hochschulorchester während einer Generalprobe zuhören! Auf dem Programm stand unter anderem die Wassermusik von Händel. Es war beeindruckend zu hören, wie die Musizierenden bei fantastischer Akustik „für unsere Ohren“ fehlerfrei musizierten.

Damit ging der erste Akt des Tages viel zu schnell zu Ende. Es folgte aber eine zweistündige Pause, die die meisten von uns aufgrund eisiger Kälte in den Cafès der Innenstadt verbrachten.

Um 13 Uhr begann der zweite Akt und damit der Höhepunkt des Tages. Wir gingen gemeinsam zum Landestheater Detmold. Dort begrüßte uns eine nette junge Dame, welche uns das Innere des Theaters zeigte. Wir besichtigten die Tischlerei, die Malerei, den Kostümfundus und natürlich die Bühne! Es war ein tolles Gefühl, auf der Bühne zu stehen und in den hell erleuchteten Publikumssaal schauen zu dürfen.

In der Tischlerei konnten wir sehen, wie aus einem Stück Holz eine große Kulisse wird, und in der Malerei wurde uns erklärt, dass die Maler mit einem Stück Kohle große Bühnenbilder zeichnen. Das ist gar nicht so leicht, denn die Maler sehen größtenteils nur einen Teil der Kulissen, aber nicht das gesamte Kunstwerk. Außerdem wurde uns erklärt, dass das Landestheater ein Reisetheater ist. Es führt jährlich über 600 Stücke auf und zeigt seine Produktionen in Belgien, Luxemburg und sogar in der Schweiz!

Nach einer Stunde war die Führung dann auch leider vorbei und wir mussten die Rückreise nach Porta Westfalica antreten. Der Ausflug in zwei Akten endete um 16 Uhr. Es war eine wirklich tolle Exkursion, am liebsten würden wir Nachwuchsmusiker und -innen sagen: Da capo!

Text: Matilda Sophie Fröhlich (9b); Fotos: Johann Klassen

„Wunderschöne Schneekunst“ oder „Das Überreden der Lehrkraft hat sich gelohnt!“

Schnee. Kälte. Und plötzlich kein Unterricht wie sonst: Am Montag, dem 26. Januar, überfielen wir – die Klasse 6d – unsere Deutschlehrerin Frau Ronn-Lükemeier mit einer Idee, die man nicht abschlagen konnte: Raus aus dem Klassenraum, rein in den Schnee.

Spontan überlegte sie, wie sich Deutsch und Kunst verbinden ließen – und kam auf einen besonderen Arbeitsauftrag: „Wir machen Kunst im und mit dem Schnee und berichten darüber auf der Schulhomepage.“

Keine fünf Minuten später waren wir mitten im Geschehen. Schneekugeln rollten, Füße stapften Muster in den Boden, manche setzten ihren ganzen Körper ein. Im Schnee entstanden kreative, ganz unterschiedliche Kunstwerke, die Frau Ronn-Lükemeier mit Begriffen wie „Performance“, „Happening“ oder „Land Art“ würdigte.

Schaut euch die Bilder an und überzeugt euch selbst!

Eure 6d

Text: Klasse 6D, Fotos: Elena Ronn-Lükemeier