Wenn plötzlich ein Möbelstapel Kunst ist …

12. Feb. 2026 Kategorie: AGs, Allgemein, Theater-AG, Veranstaltungen,

Was ist eigentlich Kunst – und wer entscheidet das? Die Theater-AG unseres Gymnasiums lädt zu einer ebenso witzigen wie überraschenden Reise in die Welt der modernen Kunst ein. In Ephraim Kishons Komödie „Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht!“ wird ein zufällig entstandener Möbelstapel zum gefeierten Meisterwerk – und stellt alles auf den Kopf, was wir über Kunst zu wissen glauben.

Die Premiere der satirischen Komödie findet am Freitag, den 13.03.2026, um 19.30 Uhr im Forum (Hoppenstraße 48, 32457 Porta Westfalica) statt. Eine weitere Aufführung folgt am Samstag, den 21.03.2026, um 19.00 Uhr.

Ist das Kunst?! – In Ephraim Kishons Satire „Zieh den Stecker raus, das Wasser kocht!“ genügt ein einziger Zufall, um diese Frage ins Wanken zu bringen. Im Atelier des jungen Malers Raphael Schlesinger (gespielt von Marie Kütenbrink), der fest an die großen Meister glaubt und sich der traditionellen Malerei verschrieben hat, prallen Idealismus und moderner Kunstbetrieb aufeinander. Seine Bilder finden kaum Beachtung – Anerkennung bleibt aus.

Unterstützung erhält er allein von seinem Modell und seiner Freundin Dahlia (Lovis Luisa Schwier), die ihm Inspiration und emotionale Stütze zugleich ist. Ein Durchbruch scheint unmöglich – bis die bekannte Kunstkritikerin Karla M. Kaschtan (Laila Schmakeit) ausgerechnet einen improvisierten Turm aus Möbeln und Hausrat als revolutionäres Kunstwerk entdeckt. Plötzlich wird das Objekt als „Mobiliarstil“ und „heiße Plastik“ gefeiert, und Raphaels Aufstieg zum gefeierten Künstler scheint greifbar.

Auch der Kunsthändler und Mäzen Joseph Pickler (Emre Aydin) erkennt das Potenzial und bietet Raphael ein Stipendium in Paris sowie einen lukrativen Vertrag an. Auf Dahlias Zuspruch hin nimmt er an – und trifft in der Kunstmetropole auf exzentrische Vertreter der Avantgarde: Jacquor alias Jacques Weinberger (Johanna Thielke) mit seiner „aktivierten Malerei“, Gogo alias Mister Gortschenko (Naemi Bergsiek), dessen Bildhauerei eher fragwürdige Ergebnisse hervorbringt, sowie die selbstbewusste Mon Chérie (Freya Sieg), die den Künstlern als Muse dient.

Zwar erfährt Raphael in Paris endlich die ersehnte Anerkennung, doch bald gerät er in einen Kunstbetrieb, in dem Vermarktung wichtiger ist als das Werk selbst. Bevor er vollständig zum Spielball dieser Mechanismen wird, wagt er eine Revolte für die „wahre Kunst“ – sehr zum Erstaunen der Galeriediener (Rikarda Koch, Colleen Plag), des schläfrigen Verkehrsministers (Luise Bunge), der genervten Reporterin Dana Meron (Merle Köker) und des reichen amerikanischen Kunstliebhabers Mr. Green (Kira Holtmann).

Mit scharfem Witz und großer Lust an der Überzeichnung entlarvt Kishon die Rituale des Kunstmarktes und zeigt, wie schnell sich Überzeugungen verändern, wenn Ruhm und Erfolg locken. Eine ebenso humorvolle wie treffende Satire über Kunst, Anerkennung und den Wert kreativer Arbeit.

Die Mitglieder der Theater-AG sowie ihre Regisseurinnen Christiane Kutzer und Rahel Branning laden herzlich zu einem unterhaltsamen Theaterabend voller überraschender Momente ein.

Karten sind im Vorverkauf im Sekretariat des Gymnasiums, in den großen Pausen in der Schulstraße, an der Abendkasse sowie in der Buchhandlung Anja Peetz (Hauptstraße 35, Porta Westfalica) erhältlich.

Eintritt: 5 € für Erwachsene, 3 € für Schüler und Schülerinnen und Studierende.

Text: Christiane Kutzer und Rahel Branning
Fotos: Freya Sieg und Christiane Kutzer