Ein Zeichen für die Zukunft – Neuer Kunstpunkt an unserem Gymnasium eingeweiht

01. Nov. 2026 Kategorie: Allgemein, Eltern, Förderverein, Kollegium, Kooperationspartner, Leute, Projekte, Schüler,

Ein Kunstwerk, das zum Nachdenken anregt, eine Botschaft, die aktueller kaum sein könnte, und eine Feier, die Musik, Kunst und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verband: Am Dienstag wurde an unserer Schule der elfte Kunstpunkt des „Pfades der Menschenrechte“ feierlich eingeweiht. Sein Titel: „ZUKUNFT“.

Mit einer musikalischen Darbietung des Schulchores „Fresh“ unter der Leitung von Karolin Koldehoff begann die Feierstunde im Forum der Schule. Schon der Auftakt mit dem Lied „Alles nichts ohne dich“ stimmte auf das zentrale Thema der Veranstaltung ein: Die Bedeutung des menschlichen Miteinanders.

Schulleiterin Susanne Burmester begrüßte die zahlreichen Gäste und erinnerte in ihren einleitenden Worten daran, wie aus einer ersten Idee durch das Engagement vieler Beteiligter ein sichtbares Kunstwerk entstehen konnte. Sie würdigte die Zusammenarbeit zwischen Schule, Künstlerinnen und Künstlern sowie den zahlreichen Unterstützern des Projekts.

Für die Stadt Porta Westfalica überbrachte Carsten Dierks, Erster Beigeordneter, die Grußworte. Er betonte die Bedeutung des neuen Kunstpunkts für die Stadt und die Schulgemeinschaft. Der Blick in die Zukunft müsse stets auch die Vergangenheit berücksichtigen. Werte wie Toleranz, Frieden und Gerechtigkeit seien keine Selbstverständlichkeiten, sondern erforderten gemeinsames Handeln und gesellschaftliches Engagement.

Dass es bei diesem Thema insbesondere um die junge Generation geht, machten die Beiträge der Schülerinnen deutlich. Unsere neue Schülersprecherin Zoe Korff und Fiona Penner von der Schülervertretung richteten den Blick auf die Verantwortung junger Menschen. Schließlich sei es ihre Zukunft, um die es gehe – eine Zukunft, die sie selbst mitgestalten wollen.

Einen weiteren eindrucksvollen Akzent setzte Dana Neufeld mit ihrem selbst verfassten Poetry Slam „Zukunftsperspektiven“. In ihrem Text nahm sie die Zuhörer mit auf einen gedanklichen Rundgang durch ein Haus voller unterschiedlicher Lebensentwürfe. Dabei begegnete sie Menschen, die sich vor der Zukunft fürchten, solchen, die ehrgeizig ihre Ziele verfolgen, und anderen, die Veränderungen lieber aus dem Weg gehen. Immer wieder führte der Weg zu einem Spiegel und damit zur Frage nach der eigenen Haltung. Ihre Botschaft: Zukunft bedeutet nicht allein, persönliche Träume zu verwirklichen, sondern auch, Verantwortung für andere zu übernehmen und für Menschenrechte einzustehen.

Im Mittelpunkt der Feierstunde stand schließlich der neue Kunstpunkt selbst. Die Künstlerin Annette Ziebeker erläuterte die Entstehung des Projekts und seine künstlerische und gesellschaftliche Bedeutung.

Ein zentrales Element der Gestaltung ist ein Gedanke aus dem Tagebuch von Anne Frank vom 23. März 1944: „Wie wunderbar ist es, dass niemand einen Moment warten muss, bevor er mit der Verbesserung der Welt anfangen kann.“

Dieser Satz bildet die gedankliche Grundlage des Kunstwerks. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft werden darin miteinander verbunden. Die Vergangenheit erinnert an die Erfahrungen der Geschichte, während die Zukunft offenbleibt und von den Menschen der Gegenwart gestaltet werden kann.

Die künstlerische Umsetzung entstand im Zusammenwirken mehrerer Beteiligter. Gundula Oltmanns setzte sich in ihrer Kalligrafie mit dem Thema auseinander, während Matthias Mauritz die Gestaltung der Elemente aus Edelstahl übernahm. Zwei zusätzliche Tafeln, die von Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Jahrgänge geschaffen wurden, ergänzen den Kunstpunkt und machen ihn zu einem besonderen Gemeinschaftsprojekt.

Annette Ziebeker erinnerte daran, dass Menschenrechte niemals als selbstverständlich betrachtet werden dürften. Es gelte, nicht auf Veränderungen zu warten, sondern selbst aktiv zu werden. Damit griff sie zugleich den Leitgedanken des „Pfades der Menschenrechte“ auf: Nur wer seine Rechte kennt, kann nach ihnen leben, handeln und zu einem friedlichen Miteinander beitragen.

Musikalisch wurde die Veranstaltung durch weitere Beiträge des Chores „Fresh“ bereichert. Mit „Mensch sein“ und dem Coldplay-Titel „Fix You“ fanden sich auch in der Musik die Themen Menschlichkeit, Hoffnung und Zusammenhalt wieder. Hier gelang es die anwesenden Gäste zu überraschen: Der Portaner Ü70-Chor sang gemeinsam mit Fresh das abschließende Lied. 

Anschließend verlagerte sich die Feierstunde auf den Schulhof. Dort wurde die neue Stele gemeinsam mit Vertreterinnen der Schülerschaft feierlich enthüllt. Aus einer Idee war ein dauerhaft sichtbares Zeichen geworden.

Zum Abschluss dankte Schulleiterin Susanne Burmester allen Beteiligten und vor allem den Sponsoren, die zur Verwirklichung des Projekts beigetragen hatten. Bei einem anschließenden Empfang in der Schulstraße bestand Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Mit dem Kunstpunkt „ZUKUNFT“ des Ehepaars Ziebeker hat unser Gymnasium nicht nur ein neues Kunstwerk erhalten. Die Stele erinnert die Schulgemeinschaft künftig jeden Tag daran, dass Demokratie, Menschenrechte und ein friedliches Zusammenleben nicht allein von großen Entscheidungen abhängen, sondern auch vom Handeln jedes Einzelnen. Und dass die Zukunft nicht irgendwann beginnt, sondern heute.

Text & Fotos: Olaf Küster